14.10.2016 | News

Wirtschaft trifft Wissenschaft

Doppelt stark

Wirtschaft trifft Wissenschaft: Dr. Wolfgang Epp, Geschäftsführer IHK, Hochschulpräsident Prof. Dr. Hendrik Brumme, Ministerin Theresia Bauer und IHK-Präsident Christian O. Erbe.
Wirtschaft trifft Wissenschaft: Dr. Wolfgang Epp, Geschäftsführer IHK, Hochschulpräsident Prof. Dr. Hendrik Brumme, Ministerin Theresia Bauer und IHK-Präsident Christian O. Erbe. Foto: Hochschule Reutlingen / Schreinert

„Kooperation ist das Gebot der Stunde“, sagte Landeswissenschaftsministerin Theresia Bauer bei der gemeinsamen Veranstaltung „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ von Hochschule und IHK Reutlingen. Sie rief Firmen und Forscher auf, noch mehr zusammenzuarbeiten.

Erfolg im Wettbewerb gehe immer mit Kooperation einher, betonte die Politikerin. In Baden-Württemberg gebe es gleichermaßen starke Unternehmen wie eine leistungsfähige Hochschullandschaft. Vor allem die Kombination sieht sie als Erfolgsfaktor. „Wer genau hinschaut, sieht: wo starke Hochschulen sind, sind starke Unternehmen. Wir haben hier Kräfte, die sich gegenseitig verstärken“, so Bauer. Die Forschungs- und Innovationsfähigkeit bezeichnete sie als die zentrale Grundlage für den weiteren Wohlstand im Land. 

Wichtig: Augenhöhe

Aus Sicht der Ministerin sind die Kulturunterschiede zwischen Forschern und Unternehmen die derzeit noch größte Herausforderung für mehr Kooperation. Sie müssten als solche begriffen und überbrückt werden. „Wir müssen Erkenntnisstreben und Verwertungsinteresse zusammenbringen.“ Beide Seiten bräuchten den festen Willen, gleichberechtigt und auf Augenhöhe zusammen zu arbeiten. Sie erinnerte dabei die Hochschulvertreter, dass Technologietransfer bereits seit 1995 eine ihrer festgelegten Dienstaufgaben sei.  

Nachholbedarf sieht Bauer bei der Zahl der Spin-Offs aus den heimischen Hochschulen. Die Zahl ist, so die Ministerin, „auf verblüffend niedrigem Niveau.“ Baden-Württemberg sei zwar durchschnittlich gut, wolle aber ganz vorne liegen. „Es fehlt die Kultur des Gründens“, konstatierte die Ministerin und unterstützt aus diesem Grund Projekte, die sich für mehr Gründerspirit auf dem Campus einsetzen. Dazu gehört auch das Projekt „Spinnovation“, an dem die Hochschule Reutlingen beteiligt ist.

Kein Wettlauf der Bildungswege

IHK-Präsident Christian O. Erbe hatte sich in seiner Begrüßung für mehr Durchlässigkeit zwischen akademischer und beruflicher Bildung ausgesprochen. „Wir wollen keinen Wettlauf der beiden Bildungswege“, so Erbe. Die Beratung von Studienabbrechern ist ein Schritt in diese Richtung. Umgekehrt sollten sich die Hochschulen stärker für qualifizierte Berufstätige öffnen. Dazu müssen aus Erbes Sicht Kompetenzen, die außerhalb der Hochschulen erworben wurden, leichter anerkannt werden.

Prof. Hendrik Brumme, Präsident der Hochschule und Gastgeber des Abends, hatte in seinem Grußwort für mehr Kooperationen auf regionaler Ebene geworben. Heimische Unternehmen könnten sich, so Brumme, in vielfältiger Weise engagieren. Karrieremessen und Abschlussarbeiten können einen Einstieg sein. Eine Mitwirkung im Förderkreis der Hochschule, Sponsorings und echte Forschungskooperation seien für die Hochschule aber ebenfalls wichtig.